... seit ich das letzte Mal etwas geschrieben habe. Grund dafür sind in erster Linie zwei stressige, von meine Bachelorarbeit dominierte Monate, die jetzt glücklicherweise hinter mir liegen. Und ein Urlaubsmonat, aber dazu später.
Ich musste feststellen, dass es tatsächlich nicht ganz einfach ist, eine Bachelorarbeit zu schreiben, nebenbei Geld zu verdienen und seine sozialen Kontakte nicht komplett zu vernachlässigen. Die zwei Monate waren geprägt von regelmäßigen "ich-schaffe-das-nie"-Panikattacken, von kurzzeitigen "ich-bin-ja-schon-voll-weit"-Glücksgefühlen, von ausgiebigen Frustabbau-Fitnessstudiobesuchen, von mitternächtlichen Dönern (ein Hoch auf die Stadt, in der man zu jeder Tages- und Nachtzeit etwas zu essen bekommt!), von verzweifelten "Google-muss-das-doch-wissen"-Suchaufträgen, von dem Satz "Ich kann wirklich nur auf ein Bier vorbeikommen, ich schreib doch gerade meine BA und muss morgen früh raus", von Freitagabenden vorm PC statt in der Lieblings-Bar, von frustrierenden Bibliotheksbesuchen und von dem täglichen Versuch, sich nicht von Facebook, Twitter, 9gag und Co ablenken zu lassen. Und ziemlich genau in dem Moment, in dem ich das .DOC "Bachelorarbeit" auf meinem Desktop nicht mehr anschauen konnte ohne in Wut oder Verzweiflung zu versinken, ist sie dann auch tatsächlich endlich fertig geworden. Sogar eine Woche vor dem Abgabetermin. Dann noch eine letzte Panikattacke bei der Abgabe (Hab ich unterschrieben? Sind die Seiten in der richtigen Reihenfolge? Ist auch wirklich kein Rechtschreib-Fehler auf dem Deckblatt? etc.) und dann war sie endlich weg. Tatsächlich abgegeben. Vor lauter Freunde und Erleichterung hab ich sogar vergessen, das obligatorische "ich-stehe-mit-meiner-Bachelorarbeit-in-der-Hand-vor-der-Uni"-Foto zu machen, um Facebook mitzuteilen, dass ich bald ein fertiger BA bin und mein Sozialleben mich zurück hat. Egal, fertig ist fertig und das Sozialleben wusste sowieso schon bescheid und hatte bereits am Abend zuvor ausgiebig mit mir gefeiert.
Zur Belohnung gab's Sushi und fünf Stunden später saß ich im Flieger nach Thailand. Auf ging's in den verdienten Bachelorarbeits-Urlaub. :)
Im Nachhinein betrachtet waren die zwei Monate übrigens gar nicht so schlimm. Die Panikattacken gab es zwar, aber eher selten. Zombieartige Zustände aufgrund von dauerhaftem Schlafmangel blieben mir erspart. Ich hatte sogar ab und zu Zeit zum Kochen, sodass ich mich nicht acht Wochen von Dosensuppe und Döner ernähren musste. Und Zeit für das ein oder andere Feierabendbier. :)
Die Bilanz ist also positiv.
27. Dezember 2014
14. November 2014
25 Jahre Mauerfall
Das 25jährige Mauerfall-Jubiläum wurde in Berlin fast eine Woche lang auf die unterschiedlichsten Arten gefeiert. Fotoausstellungen, Führungen, Gespräche mit Zeitzeugen - aber das Highlight war die 15 Kilometer lange Lichterkette die von Freitag bis Sonntag leuchtet. Sie verlief entlang der ehemaligen Mauer und bestand aus insgesamt 8.000 Ballons, die am Sonntag Abend in den Himmel stiegen. Ich war natürlich mit Kamera vor Ort und muss sagen, dass mich die Idee wirklich begeistert hat. Eine Mauer aus Licht, die ganz Berlin zusammenbringt und dann stückenweise in den Himmel verschwindet - einfach wunderschön.
Themen:
Berlin,
Fotografie
24. Oktober 2014
Neuer Job, neue Wohnung, neue Challenge
Anfang des Monats war es für mich mal wieder Zeit, mein
Leben umzukrempeln: ein Umzug stand auf dem Plan, ein neuer Job und eine neue,
unglaublich wichtige und im gleichem Maße einschüchternde Aufgabe.
Eigentlich bin ich ja ein Freund von Umzügen, weil Umzüge
ein bisschen frischen Wind in den gewohnten Alltag bringen. Neue Umgebung, neue
Leute, neue Lieblings-Bars und –Cafés. Und dieses Mal ging es, verglichen mit
meinen letzten größeren Umzügen - auch wirklich nicht weit weg: meine neue
Wohnung ist genau zwei U-Bahn-Stationen von meiner alten entfernt. Trotzdem
fiel mir der Umzug nicht ganz leicht. Das ist immer ein komisches Gefühl, wenn
die Menschen, mit denen man zusammen gewohnt hat und die man morgens beim Frühstück
und abends beim Chillen auf der Couch immer um sich hatte, plötzlich nicht mehr
in der gleichen Wohnung sind. Und bis es in der neuen WG so ist wie in der
alten, das dauert erfahrungsgemäß ein Weilchen. Inzwischen ist das Zimmer, in
das ich eingezogen bin, nicht mehr irgendein Zimmer, sondern mein Zimmer und
die Leute, die da noch so in der Wohnung sind, sind meine Mitbewohner. Das Kiez
zu erkunden war dieses Mal wirklich sehr spannend, weil ich in einen Teil der
Stadt gezogen bin, in dem 24 Stunden am Tag was los ist. Straßenmusik um vier
Uhr morgens gehört da genauso dazu wie Solidarität-für-Kobane-Demos, die die
Straßen für Stunden verstopfen und Dönerbuden, die einfach immer offen haben.
Ein paar Tage nach dem Umzug kam dann direkt mein erster Tag
auf meiner neuen Arbeit. Das Ende meines letzten Praktikums hatte ich schon
seit Wochen ungeduldig herbei gesehnt und konnte es gar nicht erwarten, Anfang
Oktober endlich kein Praktikant mehr zu sein, sondern einen richtigen Job zu
haben. Der neue Job erfüllt bis jetzt auch alle Erwartungen: nette Kollegen,
interessante Aufgaben und ein Arbeitsplatz bei einer Firma, an der ich vor
einigen Monaten noch neidisch guckend vorbei gelaufen bin und mir gedacht hab
„Da zu arbeiten wäre echt der Wahnsinn“.
Also alles perfekt, bis auf diese neue Aufgabe. Sie heißt
Bachelorarbeit, sieht absolut unbezwingbar aus und guckt mich die meiste Zeit
einschüchternd und vorwurfsvoll an. Seit ich angefangen habe zu studieren, hab
ich das Thema Bachelorarbeit immer ganz weit von mir weg geschoben. „Dauert ja
noch“. Und jetzt ist sie plötzlich da und will geschrieben werden. Hurra, da
ist der Ernst des Lebens wieder: Tag für Tag in der Bibliothek sitzen und das
Gefühl haben, dass alle um einen rum viel produktiver sind; stundenlang auf
eine leere Word-Seite gucken, weil man nicht weiß, wie man den Satz anfangen
soll, und feststellen, dass das Buch, auf das man ewig gewartet hat und das die
nötige Erleuchtung bringen sollte, kein bisschen hilfreich ist. Aber zwischen
die „Ich schaff das nicht, ich hab zu wenig Zeit, wofür brauch ich überhaupt
einen Bachelor“-Gedanken, schleicht sich auch ab und zu ein „In sechs Wochen
bist du fertig, dann darfst du erstmal Urlaub machen und bist dann fertiger
Bachelor“-Gedanke. Und der motiviert dann doch ein kleines bisschen.
Themen:
Berlin,
Daily Life
11. Oktober 2014
[Entdeckt] „Savanna“ - ein Stückchen Südafrika mitten in München
Vorletztes Wochenende war ich endlich mal wieder in München.
Hauptsächlich um Familie und Freunde zu besuchen, um mal wieder auf
die Wiesn zu gehen und um einen Resturant-Gutschein einzulösen, den
ich zu meinem letzten Geburtstag bekommen habe.
Nach meinem Aufenthalt in Südafrika hab ich das Land und die Leute
und das Essen und die Tiere unglaublich vermisst. Es verging
eigentlich kein Tag, an dem ich Freunden und Familie nicht von Afrika
vorgeschwärmt hab. Ein aufmerksamer Zuhörer hat mir deshalb, um
meine Sehnsucht ein kleines bisschen zu mindern, einen Gutschein für
ein südafrikanisches Restaurant in München geschenkt.
Das Restaurant „Savanna“ liegt in der Nähe vom Goetheplatz und
hat mich allein von außen schon unglaublich beeindruckt. Über der
Tür hängt ein riesiger Elefantenkopf (kein echter ^^) und aus dem
Fenster wehen südafrikanische Flaggen.
Und auch von innen strahlt
das Restaurant einen wunderbar südafrikanischen Charme aus:
Barhocker in Form von Elefanten-Füßen, südafrikanische Kunst an
den Wänden und überall Fotos und Bilder aus Südafrika. Ich war
sofort hin und weg und meine Begeisterung stieg noch mehr, als ich
einen Blick in die Speisekarte warf. Von Zebra- und Krokodil-Steak
über Springbock-Gulasch bis zum Straußen-Burger gab es einfach
alles, was Südafrika an kulinarischen Köstlichkeiten zu bieten hat.
Die Entscheidung fiel uns dementsprechend schwer, aber nach 20
Minuten durch-die-Karte-blättern und einer Beratung durch den
Kellner, hatten wir uns dann ein leckeres Menü zusammengestellt, mit
dem wir im Nachhinein auch mehr als zufrieden waren.
Als wir fertig waren, kam sogar der Restaurant-Gründer und -Chef
(ein echter Südafrikaner) noch höchstpersönlich vorbei und hat uns
das ein oder andere Rezept verraten.
![]() |
| Springbock-Gulasch |
![]() |
| Kingclip-Filet |
Ich war echt begeistert davon, wie authentisch das Restaurant ist.
Südafrikanische Speisen, südafrikanische Getränke, ein
südafriknaischer Restaurant-Chef und die Deko, die einen einfach
direkt nach Südafrika versetzt. Noch dazu war das Essen
ausgezeichnet und die Bedienung sehr hilfsbereit und freundlich.
Meine Afrika-Sehnsucht war nach dem Restaurant-Besuch zwar nicht
unbedingt kleiner, aber für ein paar Stunden hatte ich tatsächlich
das Gefühl, nicht in München sondern irgendwo in einem gemütlichen
Restaurant in Südafrika zu sein. Und es war auf jeden Fall nicht
mein letzter Besuch dort.
Themen:
Entdeckt,
München,
Unterwegs: Deutschland
23. September 2014
[Review] "Can a Song save your Life?"
Gestern war ein wunderbar verregneter „was-sollen-wir-bloß-mit-dem-Abend-anfangen“-Montag
und ich konnte meine bessere Hälfte dazu überreden, mich ins Kino zu „Can a
Song save your Life“ zu begleiten. Ich hatte zu diesem Film schon vor einem
guten halben Jahr eine Ankündigung gelesen und fand ihn da schon ansprechend.
Keira Knightley in der Hautrolle, die Story dreht sich größtenteils um Musik
und (laut Beschreibung) keine Liebesschnulze sondern ein Film über zwei
Menschen, die sich in dem Moment finden, in dem sie sich am meisten brauchen.
Diese Argumente hatten mich da schon vollkommen überzeugt.
![]() |
| Quelle: http://www.redcarpetreports.de/wp-content/ uploads/2014/09/Can-A-Song-Save-Your-Life-DE-Poster.jpg |
Im Film „Can a Song save your Life“ geht es um zwei
Menschen, die in New York zufällig aufeinander treffen. Was beide verbindet,
ist zum einen die Liebe zur Musik und zum andere die Tatsache, dass ihre Leben
gerade aus der Bahn geraten sind. Er, ein ehemaliger erfolgreicher
Plattenproduzent, hat gerade seinen Job verloren, trinkt viel zu viel und ist
in den Augen seiner Tochter und Ex-Frau ein Versager. Sie, Hobbymusikerin,
wurde von ihrem Freund (für den sie nach New York gezogen ist) verlassen, schläft bei einem Kumpel in einer viel zu
kleinen Wohnung auf der Couch und hat gerade ihren Flug zurück nach England
gebucht, ohne Plan, wie es dort weitergehen soll. An ihrem letzten Abend in New
York treffen beide in einer heruntergekommenen Kneipe aufeinander. Er hängt
deprimiert an der Bar, mit dem Ziel sich mindestens unter den Tresen zu saufen,
sie steht unfreiwillig mit ihrer Gitarre auf der Bühne und singt schüchtern
einen ihrer eigenen Songs. Sie beschließen, gemeinsam ein Album zu produzieren;
sie, um zurück ins Leben zu finden, er, um zurück ins Plattengeschäft zu kommen.
Aufgrund fehlender finanzieller Mittel wird jeder Song des Albums an einem
anderen Ort in New York aufgenommen - draußen, auf der Straße, mittendrin im
Leben der Stadt.
Am scheinbaren Ende des Films steht das Album, sie soll von
einer Plattenfirma groß rausgebracht werden, er hat seinen Job wieder, der
Ex-Freund bittet um Verzeihung, und Vater und Tochter finden wieder zueinander.
Doch das ist noch nicht das Ende. Zwei
kurze Szenen im Abspann ändern alles und machen den Film damit unglaublich
liebenswert.
Die Story ist des Films ist nicht sonderlich tiefgreifend.
Liebeskummer, Jobprobleme, komplizierte Familiensituation, das alles ist in
Hollywood alltäglich. Was den Film „Can a Song save your Life“ ausmacht, ist
die Positivität, mit der beide Protagonisten trotzdem an das Projekt rangehen.
Die Probleme spielen im Film eine untergeordnete Rolle, im Vordergrund ist die
Musik. Und die ist wunderschön. Keira Knightley, die nicht unbedingt für ihre
Gesangskünste bekannt ist, singt die Songs selber und performt sie sehr
überzeugend. Man nimmt ihr die schüchterne Britin, die gar nicht groß
rauskommen will, sofort ab. Was den Film außerdem so besonders macht, ist die
fehlende Lovestory. Kein Geschnulze, ein Hinundher, einfach nur ein Projekt,
das beiden Protagonisten zurück ins Leben hilft und vielleicht sogar eine
Freundschaft.
Beim scheinbaren Ende des Films war ich trotzdem erstmal
unzufrieden. Das Ende passte nicht, war zu glatt. Die letzten Szenen im Abspann
haben mir dann das Lächeln auf die Lippen gezaubert, auf das ich noch gewartet
hatte und den Film für mich perfekt gemacht.
Themen:
Kino
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