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21. August 2014

[Unterwegs] Panorama Route, Südafrika

2011 arbeitete ich für einige Wochen in einem Nationalpark in Südafrika und nutze meine freien Tage dort natürlich, um ausgiebig das Land zu erkunden. Südafrika ist landschaftlich ein unglaublich vielseitiges Land und in jedem Teil des Landes, entdeckt man neue atemberaubende Landschaften.
Einer der tollsten Ausflüge, die ich dort gemacht hab, ging zur Panorama-Route in der Provinz Mpumalanga im Osten Südafrikas. Die Straße befindet sich an den nördlichen Ausläufern der Drakensberge. Dadurch ist die Landschaft dort sehr vielseitig und man hat sowohl tolle Ausblicke auf die Berge als auch aufs Flachland. 

Unser erstes Ziel auf der Panorama-Route war der Blyde River Canyon. Das ist der drittgrößte Canyon der Welt und eines der größten Naturwunder Afrikas. Das war das erste Mal, dass ich einen Canyon gesehen hab und ich war schlicht und einfach unbeschreiblich begeistert. Der Canyon besteht zum Großteil aus rotem Sandstein und sieht dadurch auch in der Trockenzeit toll aus. Wenn man von der Panorama-Route kommt, steht man oben am Canyon und hat einen wunderbaren Blick über den gesamten Canyon und den Fluss, der durch fließt. Ich kann dem Ausblick mit Beschreibungen nie und nimmer gerecht werden, deswegen hier einfach ein paar Fotos davon. :) 

Blyde River Canyon
Blyde River Canyon
Das Beste am Blyde River Canyon ist, dass es nirgendwo einen Zaun oder eine Absperrung gibt. Am Parkplatz steht lediglich ein Schild, dass man nicht zu nah an den Rand gehen soll und den Wind nicht unterschätzen soll. Man hat also die Möglichkeit, in die entlegensten Winkel zu klettern oder sich bäuchlings an den Rand zu legen und in den Abgrund zu gucken. Was wir natürlich auch gemacht haben. Dabei entdeckt man dann zum Beispiel Affen, die überall im Canyon leben und an den Felsen klettern. Der Canyon ist 800 Meter tief und das Gefühl, das man bekommt, wenn man auf den warmen Felsen liegt und in die Tiefe schaut ist einfach unbeschreiblich. Sonne auf der Haut, Wind in den Haaren und den Blick in die unglaubliche Weite Südafrikas gerichtet, das fühlt sich nach Freiheit an. :) Der Blyde River Canyon ist glücklicherweise auch noch nicht von Touristen überlaufen. Es gibt deswegen dort keine Kioske und Stände, an denen man Erinnerungen kaufen soll, sondern tatsächlich einfach nur Natur. 

Blyde River Canyon
Die Route führte uns weiter in den Ort Graskop, in dem wir bei Harries Pancakes eine Mittagspause machen. Dieser Laden ist ein kleiner Geheimtipp und hat die wohl besten Pancakes des Landes. Das kann ich nur bestätigen, sie waren so gut, dass ich gleich drei bestellt hab. ^^


Nördlich von Graskop kommt man zum sogenannten God’s Window, einem der spektakulärsten Aussichtspunkte auf der Panorama-Route. Man hat von dort einen wunderbaren Ausblick auf die Klippen am Rand des Gebirges und über das gesamte südafrikanische Flachland. Wenn die Luft klar ist, kann man sogar Mozambique sehen. Der Aussichtspunkt ist mitten in einem Urwald, man kann also nicht nur den Ausblick genießen, sondern auch durch den Urwald wandern und Palmen, Kakteen und andere exotische Pflanzen bestaunen.

God's Window
God's Window
God's Window

Auf dem Rückweg hielten wir noch an den Berlin Falls, das sind mit 80 Metern die höchsten Wasserfälle, die es auf der Route gibt. Auch hier gab es nirgendwo einen Zaun oder ähnliches. Man konnte den Wasserfall ganz aus der Nähe bestaunen und sogar seine Füße hinein halten, wenn man wollte. 

Berlin Falls

Den Bourke’s Luck Potholes statteten wir als letztes auch noch einen Besuch ab. Das Gestein ist dort durch den Blyde River zu sehr faszinierenden Formen geschliffen worden. Man sieht überall akkurate Löcher, in denen das Wasser in Strudeln durchfließt  und viele kleinere Wasserfälle.
 
Bourke’s Luck Potholes

Bourke’s Luck Potholes
Bourke’s Luck Potholes

Die Panorama-Route war definitiv eine der tollsten Touren, die ich in Südafrika gemacht habe. Die Landschaft ist dort unbeschreiblich schön und vielseitig und vor allen Dingen noch nicht komplett touristisch überlaufen. 

Mehr Fotos von der Panorama-Route findet ihr hier.

12. August 2014

World Elephant Day

Aus gegebenem Anlass werde ich heute mal über Elefanten schreiben. ^^ Nein, das ist kein Scherz, denn heute ist tatsächlich World Elephant Day. :)

Elefant

Ich bin ganz vernarrt in Elefanten, seit ich im Sommer 2011 einige Monate in einem Nationalpark in Südafrika gearbeitet hab und dort täglich Elefanten gesehen hab. Damals hatte ich meine erste Begegnung mit diesen beeindruckenden Tieren schon auf der Fahrt vom Flughafen ins Camp. Wir hatten die Fenster unten, weil es draußen schön warm war und fuhren langsam durch den Nationalpark. Ich war ganz vertieft in das Gespräch mit dem Fahrer und hatte gar nicht mitbekommen, dass ein Elefant schon seit einiger Zeit neben uns her lief und uns musterte. Erst als er mich neugierig (und vorwurfsvoll?) mit dem Rüssel an der Schulter anstupste, bemerkte ich ihn. Ich bin fürchterlich erschrocken, weil ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte, hier (am Rand vom Park) schon Tieren zu begegnen. Und außerdem hatte ich Elefanten bis dato nur im Zoo und im Zirkus gesehen. Mein Fahrer fand das unglaublich lustig und beruhigte mich. Elefanten seien zwar sehr gefährliche Tiere, aber dieser hier sei noch jung und nur verspielt und neugierig. Der darauffolgende Satz „unser Auto kann er trotzdem problemlos aufs Dach drehen“, ließ meinen Respekt vor dem Elefanten wieder deutlich wachsen. Ich war froh, als er uns nicht länger folgte, weil mir die Begegnung doch einen ordentlichen Schrecken eingejagt hatte.

Elefant

Der Respekt vor diesen Tieren ist während meiner Zeit in Afrika immer geblieben, doch dazu kam eine unbeschreibliche Bewunderung und Liebe.

Nach dieser ersten Begegnung hab ich Elefanten so gut wie täglich in freier Wildbahn gesehen. Schon morgens beim Frühstück gesellte sich oft eine Herde zu uns und beobachtete uns aus reichlichem Abstand. Und auch auf unseren Kontrollfahrten durch den Park begegneten wir ihnen überall. Oft einzelnen Elefantenbullen, die sich kaum für uns interessierten, oft aber auch Herden mit Jungtieren, die sich uns sofort neugierig näherten.

Elefant

Meine Bewunderung für diese Tiere wuchs mit jedem Bisschen, das ich über sie lernte. Elefanten sind sehr soziale Tiere und in ihrem Lebensablauf dem Menschen sehr ähnlich (sie kommen sogar in die Pubertät ^^). Außerdem haben sie ein unvorstellbares Erinnerungsvermögen und gehören zu den klügsten Säugetieren. Sie können auch miteinander kommunizieren, in dem sie „Grummelgeräusche“ in ihrem Bauch erzeugen, die kilometerweit von anderen Elefanten gehört werden können.
Abgesehen von diesen beeindruckenden Fähigkeiten macht es einfach Spaß einem Elefanten in freier Wildbahn zuzugucken. Egal bei was, diese Tiere sind einfach faszinierend. (Ich glaub, man kann das erst so wirklich verstehen, wenn man einmal miterlebt hat, wie ein Elefant von Baum zu Baum geht und überall ein Blatt probiert, aber scheinbar keins findet, das ihm schmeckt. Daraufhin steuert er kurzerhand auf den höchsten Baum zu und rennt so lange mit seinem Kopf dagegen, bis dieser umknickt und der Elefant die Blätter von ganz oben essen kann. Genau eins hat er davon probiert, dann ist er (scheinbar unzufrieden) zum nächsten gegangen. Der Baum lag quer über die Straße und wir mussten unsere Tour abrechen und die Straße erstmal frei räumen lassen. True Story.)

Elefant

Die eine oder andere Begegnung mit Elefanten wurde aber auch richtig gefährlich. Man darf nicht vergessen, dass sie trotz ihrer scheinbar lieben Art immer noch wilde Tiere sind und der Mensch sie seit Urzeiten gejagt hat. Ein Auto in ihrem Lebensraum ist ein Feind und das haben uns vor allem Muttertiere oft spüren lassen, wenn sie Jungtiere dabei hatten und sich durch das Auto bedroht fühlten. Ein wütender Elefant, der mit angelegten Ohren auf einen zu rennt, ist das angsteinflößendste, was ich je gesehen habe. Glücklicherweise gingen diese Angriffe immer gut für uns aus, weil unser Guide es schaffte, den Elefanten zu beruhigen.

Elefant

Als ich wieder in Deutschland war, fehlte mir ganz Afrika, aber mit Abstand am meisten vermisste ich die Elefanten. Mein Zimmer ist voller Fotos (die besten davon landen auch bald hier in einem Album) und wenn man mit mir in den Zoo geht, kann man davon ausgehen, dass man nicht viel weiter als bis zum Elefanten-Gehege kommt. ;)  

Hier gibt's übrigens noch mehr Elefanten-Fotos von meiner Zeit in Afrika.