31. August 2014

Fotoprojekt: Portrait-Shooting

Vielen lieben Dank an meine tollen Models! :)
Mehr Fotos vom Shooting gibt's hier.

Portrait
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28. August 2014

Der Versuch, Denkanstöße über moderne Straßenkunst zu vermitteln

Wie kann man heute gesellschaftskritische Denkanstöße vermitteln, die nicht in der Flut von Nachrichten, Social Media Posts und Plakaten untergehen? Wie kann man mit geringen Mitteln eine politkritische Aktion starten, die viel Aufmerksamkeit erregt und ein großes Medienecho erzeugt?

Diese und ähnliche Fragen beschäftigten wohl den deutschen Lichtkünstler Oliver Bienkowski, als er 2008 seine erste Aktion realisierte. „Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt, wer hat so viel Pinke-Pinke, wer hat so viel Geld?“ – diesen Schriftzug projizierte Bienkowski damals an das Gebäude der Hypo Real Estate in München. Anlass war die Banken- und Finanzkrise und Ziel der Aktion war es, öffentlich Kritik an den Banken zu üben.
Wer soll das bezahlen?
Quelle: Augsburger Allgemeine
In den nächsten Jahren folgten ähnliche Aktionen: 2013 strahlte er den Slogan „United Stasi of America“ an die US Botschaften in Berlin, Düsseldorf und Frankfurt, einige Monate später „NSA in da House“ mitsamt einem Portrait von Barack Obama, als Reaktion auf die NSA-Spionageaffäre. Gegen den Waffenhandel protestierte er, indem er „Thanks No TANKS to Saudi Arabia“ ans Kanzleramt projizierte und gegen Tierquälerei mit dem Slogan „Zoos are animal prisons“ an einem Zoo in Kopenhagen.
Er selbst nennt seine Lichtkunst moderne Streetart, eine Form der Kunst mit gesellschaftskritischer Botschaft. Neumodisches Graffiti sozusagen.
United Stasi of America
Quelle: interaksyon.com
NSA in da House
Quelle: rt.com
Die Projektionen bleiben meist höchstens fünf Minuten auf der Fassade, dann werden sie polizeilich untersagt. Doch Bienkowski reicht das. Für ihn steht nicht die Aktion selbst im Vordergrund, sondern die anschließende Kommunikation über Onlinemedien und Social-Media-Kanäle. Sein Team filmt die Projektion und stellt die Videos anschließend auf Youtube und andere Social Media Portale. Doch dort scheinen sie sich noch nicht so gut zu verbreiten wie erwünscht. In letzter Zeit berichteten zwar auch Leitmedien und sogar ausländische Medien über seine Aktionen, doch wirklich bekannt sind diese trotzdem noch nicht.
Kein Grund für ihn, damit aufzuhören. Er sieht in diesen Botschaften eine Möglichkeit, Menschen zu erreichen, auf Missstände aufmerksam zu machen und den Diskurs darüber anzuregen. Und vielleicht hat er damit Recht. Vielleicht brauchen wir eher aussagekräftige Slogans als seitenlange Artikel; vielleicht brauchen wir Aktionen, die anders sind und auffallen, statt immer die gleichen Brot-für-die-Welt- und PETA-Plakate, um wirklich etwas zu verändern. Vielleicht sind gerade die Leute entscheidend, die vor den Projektionen neugierig stehen bleiben und darüber schmunzeln müssen; auch wenn das nur ein paar sind.

Was immer man von den Aktionen halten mag, eins ist auf jeden Fall sicher: Lichtprojektionen sind die friedlichsten und unaufdringlichsten Protestaktionen seit langem. Und wer die Botschaft nicht versteht, für den sind sie wenigstens hübsch anzuschauen.

26. August 2014

[Unterwegs] County Dublin Part I: Howth

Die Landschaft der County Dublin (also alles, was um Dublin herum liegt und nicht mehr zum Stadtgebiet zählt) ist unglaublich vielseitig und bietet wunderschöne Ausflugsziele. Während meiner Zeit in Irland habe ich jedes Wochenende genutzt, um mit der Bahn einen Tagesausflug ans Meer oder in die Berge zu machen. Das geht dort auch wirklich perfekt, weil man schon nach 20 Minuten Fahrt außerhalb der Stadt und inmitten der schönsten Landschaft ist.

Die Halbinsel Howth im Nordosten von Dublin gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Ausflugszielen in dieser Gegend. Ich war inzwischen sechs Mal dort und bin jedes Mal aufs Neue fasziniert von der Landschaft. Es wird auch einfach nicht langweilig dort, weil man bei jedem Besuch immer noch neue Ecken entdeckt.
Die Fahrt nach Howth dauert ca 30 Minuten und ist alles andere als langweilig. Schon kurz hinter Dublin fährt die Bahn an der Küste entlang und man hat (wenn nicht gerade Ebbe ist) einen tollen Ausblick auf den Strand und das Meer.

Howth

In Howth angekommen, riecht man sofort das Meer und den Hafen (und das nicht im Sinne von „es stinkt nach Algen und Fisch. ;)). Ich persönlich finde den Hafen von Howth nicht sonderlich spektakulär – es ist kein großer Hafen, sondern nur ein Fischerei-Hafen – aber der Weg dorthin lohnt sich trotzdem, da man dort richtig guten und frischen Fisch essen kann. Mit Blick aufs Meer, versteht sich. :)
Man sollte sich allerdings nicht zu lange am Hafen aufhalten, denn Howth hat noch viel mehr zu bieten. Direkt an der Bahn-Station findet man eine Tafel mit verschiedenfarbigen Pfeilen, die einen in unterschiedlichen langen Rundwegen über die Insel leiten. Die Routen sind zwischen 4 und 10 km lang und alle sehr sehenswert. Man muss sich hier noch nicht entscheiden, welche man wählt, da die Routen die ersten 2,5 km sowieso zusammen verlaufen. 
Folgt man den Routen, wird man aus dem Ort Howth herausgeführt und landet aus einem kleinen Trampelpfad, der direkt an den Klippen einmal um die Insel führt. Wenn man diesen Weg das erste Mal betritt, ist man einfach nur überwältigt. Man steht am Rand einer Klippe, riecht das Meer, sieht in der Tiefe die Brandung gegen die Felsen schlagen und spürt den Wind in den Haaren. Meist sind kaum andere Menschen um einem herum, sondern wirklich nur Natur und das Meer. :)

Howth

Howth

Der Weg führt an mal mehr, mal weniger gefährlichen Steilklippen entlang und wer auf Nervenkitzel steht, kann sich an den Rand der Klippen setzen und die Füße baumeln lassen. Wenn man Glück hat, sieht man sogar Seerobben im Wasser und angeblich gibt’s dort auch Delfine, ich hab allerdings in Howth noch keine zu Gesicht bekommen.

Howth

Wenn man ca ein Drittel der Insel umrundet hat, sieht man eine Landzunge ins Meer ragen, auf der ein Leuchtturm steht. Dieser ist so etwas wie das Wahrzeichen von Howth und definitiv ein Foto wert.

Howth

An dieser Stelle teilen sich die Routen und man muss sich entscheiden, ob man noch 1,5 oder noch 2,5 Stunden laufen möchte. Die längste Route geht noch ein Stück am Meer entlang und dann über die Insel zurück; die anderen Routen gehen direkt über die Insel zurück. Wer Baden möchte, sollte auf jeden Fall die lange Route nehmen, die führt nämlich noch an einem Strand vorbei.
Ich hab alle Routen schon einmal ausprobiert und muss sagen, dass die lange Route wirklich sehr lang ist. Es lohnt sich definitiv, weil da wirklich noch sehr schöne Ecken kommen, aber gegen Ende wird der Weg dann doch ein bisschen lang.

Howth
 
Howth

Zurück im Ort kann man sich noch eine Portion Fish-and-Chips Portion gönnen bevor man sich auf den Rückweg nach Dublin macht - die schmeckt in Howth nämlich besonders gut.:)


Wer in Dublin ist und ohne großen Aufwand ein wunderschönes Stückchen Irland sehen möchte, sollte sich Howth auf keinen Fall entgehen lassen. Man findet dort bestimmt nicht die spektakulärsten Klippen Irlands, aber eine wunderschöne Landschaft (die nicht touristisch überlaufen ist) und eine angenehme Abwechslung zur Großstadt, die nur wenige Kilometer entfernt liegt.

21. August 2014

[Unterwegs] Panorama Route, Südafrika

2011 arbeitete ich für einige Wochen in einem Nationalpark in Südafrika und nutze meine freien Tage dort natürlich, um ausgiebig das Land zu erkunden. Südafrika ist landschaftlich ein unglaublich vielseitiges Land und in jedem Teil des Landes, entdeckt man neue atemberaubende Landschaften.
Einer der tollsten Ausflüge, die ich dort gemacht hab, ging zur Panorama-Route in der Provinz Mpumalanga im Osten Südafrikas. Die Straße befindet sich an den nördlichen Ausläufern der Drakensberge. Dadurch ist die Landschaft dort sehr vielseitig und man hat sowohl tolle Ausblicke auf die Berge als auch aufs Flachland. 

Unser erstes Ziel auf der Panorama-Route war der Blyde River Canyon. Das ist der drittgrößte Canyon der Welt und eines der größten Naturwunder Afrikas. Das war das erste Mal, dass ich einen Canyon gesehen hab und ich war schlicht und einfach unbeschreiblich begeistert. Der Canyon besteht zum Großteil aus rotem Sandstein und sieht dadurch auch in der Trockenzeit toll aus. Wenn man von der Panorama-Route kommt, steht man oben am Canyon und hat einen wunderbaren Blick über den gesamten Canyon und den Fluss, der durch fließt. Ich kann dem Ausblick mit Beschreibungen nie und nimmer gerecht werden, deswegen hier einfach ein paar Fotos davon. :) 

Blyde River Canyon
Blyde River Canyon
Das Beste am Blyde River Canyon ist, dass es nirgendwo einen Zaun oder eine Absperrung gibt. Am Parkplatz steht lediglich ein Schild, dass man nicht zu nah an den Rand gehen soll und den Wind nicht unterschätzen soll. Man hat also die Möglichkeit, in die entlegensten Winkel zu klettern oder sich bäuchlings an den Rand zu legen und in den Abgrund zu gucken. Was wir natürlich auch gemacht haben. Dabei entdeckt man dann zum Beispiel Affen, die überall im Canyon leben und an den Felsen klettern. Der Canyon ist 800 Meter tief und das Gefühl, das man bekommt, wenn man auf den warmen Felsen liegt und in die Tiefe schaut ist einfach unbeschreiblich. Sonne auf der Haut, Wind in den Haaren und den Blick in die unglaubliche Weite Südafrikas gerichtet, das fühlt sich nach Freiheit an. :) Der Blyde River Canyon ist glücklicherweise auch noch nicht von Touristen überlaufen. Es gibt deswegen dort keine Kioske und Stände, an denen man Erinnerungen kaufen soll, sondern tatsächlich einfach nur Natur. 

Blyde River Canyon
Die Route führte uns weiter in den Ort Graskop, in dem wir bei Harries Pancakes eine Mittagspause machen. Dieser Laden ist ein kleiner Geheimtipp und hat die wohl besten Pancakes des Landes. Das kann ich nur bestätigen, sie waren so gut, dass ich gleich drei bestellt hab. ^^


Nördlich von Graskop kommt man zum sogenannten God’s Window, einem der spektakulärsten Aussichtspunkte auf der Panorama-Route. Man hat von dort einen wunderbaren Ausblick auf die Klippen am Rand des Gebirges und über das gesamte südafrikanische Flachland. Wenn die Luft klar ist, kann man sogar Mozambique sehen. Der Aussichtspunkt ist mitten in einem Urwald, man kann also nicht nur den Ausblick genießen, sondern auch durch den Urwald wandern und Palmen, Kakteen und andere exotische Pflanzen bestaunen.

God's Window
God's Window
God's Window

Auf dem Rückweg hielten wir noch an den Berlin Falls, das sind mit 80 Metern die höchsten Wasserfälle, die es auf der Route gibt. Auch hier gab es nirgendwo einen Zaun oder ähnliches. Man konnte den Wasserfall ganz aus der Nähe bestaunen und sogar seine Füße hinein halten, wenn man wollte. 

Berlin Falls

Den Bourke’s Luck Potholes statteten wir als letztes auch noch einen Besuch ab. Das Gestein ist dort durch den Blyde River zu sehr faszinierenden Formen geschliffen worden. Man sieht überall akkurate Löcher, in denen das Wasser in Strudeln durchfließt  und viele kleinere Wasserfälle.
 
Bourke’s Luck Potholes

Bourke’s Luck Potholes
Bourke’s Luck Potholes

Die Panorama-Route war definitiv eine der tollsten Touren, die ich in Südafrika gemacht habe. Die Landschaft ist dort unbeschreiblich schön und vielseitig und vor allen Dingen noch nicht komplett touristisch überlaufen. 

Mehr Fotos von der Panorama-Route findet ihr hier.

20. August 2014

[Entdeckt] "Reingold" - Cocktailbar im 20er Jahre Stil

Gestern wurde ich in eine sehr tolle Cocktailbar in Berlin entführt. Ein Kumpel schwärmte mir schon länger vom „Reingold“ vor und gestern haben wir’s dann nach der Arbeit endlich mal dahin geschafft.

Wenn man nicht weiß, wo die Bar ist, würde man sie wahrscheinlich kaum finden oder schlicht und einfach übersehen. Ein leuchtendes Schild an der Hauswand weist zwar darauf hin, dass das Reingold hier ist, man findet jedoch keine Tür, zumindest keine, die sich öffnen lässt. Stattdessen steht man vor einer riesigen, gusseisernen Tür ohne Klinke, neben der aber immerhin ein beleuchtetes „open“-Schild hängt. Und ein kleiner Zettel, auf dem steht, dass man doch bitte klingeln soll.


 Wir klingelten also und kurz darauf wurde uns die Tür auch tatsächlich geöffnet. Aber nicht per elektronischem Türöffner, sondern durch einen Kellner höchstpersönlich. Sein Outfit – weißes Hemd, schwarze Fliege, schwarze Hosenträger – ließ schon ein wenig auf das Ambiente in der Bar schließen. Und tatsächlich war die Bar selbst komplett im 20er Jahre Stil eingerichtet und dekoriert. Das Licht war gedämpft und die dunkelroten Wände mit den großen schwarz-weißen Gemälden erzeugten eine sehr gemütliche Atmosphäre. Im Hintergrund spielte Swing und Chicago-Jazz und man fühlte sich in der Bar vom ersten Betreten an wohl. Keine Hektik, keine zu laute Musik, sondern eine sehr ruhige, entspannte Atmosphäre. Also genau die richtige Location, um einen gemütlichen After-Work-Drink zu genießen.


Die Cocktailkarte ist beachtlich und bietet vor allem mehr als das typische „Cuba Libre – Sex on the Beach – Long Island Iced Tea“-Angebot. In vielen Cocktails sind Zutaten zu finden, die man nicht unbedingt in einem Cocktail erwartet: z. B. Balsamico, Ingwer und Vanillesirup, man kann hier also auf jeden Fall mal etwas Ausgefalleneres ausprobieren. Zu jedem Cocktail gibt es außerdem einen kurzen Satz, der den Geschmack beschreibt: „Süß und Bitter vereinen sich hier zu einer köstlichen Komposition“. Das Auswählen dauert dann natürlich auch ein bisschen länger, die Kellner lassen einem aber auch alle Zeit der Welt.
Ich wählte einen Cocktail mit pürierten Himbeeren, Passionsfrucht, Vanillesirup und Zitronensaft – und war sehr begeistert davon. Meine Begleitung probierte einen Old Fashioned (an dem man ja bekanntlich viel falsch machen kann) und war damit auch sehr zufrieden.



Am Ende des Abends musste ich feststellen, dass ich definitiv wieder kommen werde. :) Sowohl die Cocktails als auch die Atmosphäre haben mich vollkommen überzeugt.